Call for Evidence zu aromatischen bromierten Flammschutzmitteln (ABFR) – Rückmeldung bis zum 28. Februar 2026


Die ECHA sammelt im Rahmen eines Call for Evidence Informationen zur Vorbereitung eines REACH-Beschränkungsvorschlags zu nicht-polymeren aromatischen bromierten Flammschutzmitteln. Zur Vorbereitung einer Branchenstellungnahme bitten wir um zeitnahe Rückmeldungen aus den Unternehmen. 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

die ECHA hat einen Call for Evidence zu einer möglichen REACH-Beschränkung bestimmter nicht-polymerer aromatischer bromierter Flammschutzmittel (englisch: aromatic brominated flame retardants, ABFR) gestartet. Ziel der Abfrage ist es, Informationen zu den sozioökonomischen Auswirkungen verschiedener Beschränkungsoptionen zu sammeln, die in die Vorbereitung eines Anhang-XV-Beschränkungsvorschlags einfließen sollen, den die EU-Kommission bis Dezember 2026 angefordert hat. 

Abgefragt werden u. a.: 

  • Reaktionen der betroffenen Unternehmen auf unterschiedliche Beschränkungsoptionen 
  • Kosten der Einhaltung und weitere wirtschaftliche Auswirkungen 
  • Informationen zu Verwendungen der betroffenen Flammschutzmittel 
  • Verfügbarkeit, technische Eignung und wirtschaftliche Machbarkeit von Alternativen 
  • weitere Auswirkungen (z. B. auf Produktionsprozesse, Produktqualität, Beschäftigung, Handel) 

Der Call for Evidence läuft bis zum 18. März 2026.

Nach dem Mandat der EU-Kommission an die ECHA gehören Textilien ausdrücklich zu den betroffenen Produktkategorien, neben Elektro- und Elektronikgeräten sowie Bauprodukten. Zudem sieht das Mandat vor, zu prüfen, ob der Geltungsbereich einer künftigen Beschränkung dynamisch auf weitere nicht-polymere ABFR ausgeweitet werden kann, sofern diese künftig als PBT oder vPvB harmonisiert eingestuft werden („dynamic link“). 

Die ECHA hatte das ABFR DBDPE (Decabromdiphenylethan) bereits im November 2025 in die Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC) aufgenommen. Die Verbände hatten sich im Sommer 2025 im Rahmen der offiziellen ECHA-Konsultation mit einer Stellungnahme beteiligt, in der u. a. die fehlende Verfügbarkeit technisch gleichwertiger Alternativen sowie die Relevanz von Ausnahmen für sicherheitskritische Anwendungen adressiert wurden. 

Ungeachtet dieser Beiträge wurde das für unsere Branche relevante Flammschutzmittel im November 2025 in die SVHC-Kandidatenliste aufgenommen (siehe auch Rundschreiben vom 6. November 2025). DBDPE ist damit Teil des aktuellen regulatorischen Gesamtkontexts, in dem auch der vorliegende Call for Evidence zu nicht-polymeren ABFR einzuordnen ist. Eine Übersicht der weiteren im Scope des Verfahrens genannten ABFR findet Sie im Hintergrunddokument (Anlage 1)

Um eine fundierte Stellungnahme für die deutsche Textilbranche vorbereiten zu können, bitten wir Sie um Rückmeldung bis spätestens 28. Februar 2026 anhand des beigefügten Fragebogens (Anlage 2) zu den folgenden Punkten: 

  1. Verwendungen 
    • Welche nicht-polymere ABFR werden aktuell noch in den Unternehmen eingesetzt? 
    • In welchen textilen Anwendungen (z. B. PSA, Innenausstattung, Transport, Bauanwendungen)?
  2. Bedeutung für Produktanforderungen 
    • Sind die eingesetzten Flammschutzmittel für das Erreichen gesetzlich oder normativ vorgegebener Brandschutzanforderungen erforderlich? 
    • Welche Folgen hätte ein Wegfall für die Produktzulassung, Zertifizierung oder Marktgängigkeit?
  3. Alternativen 
    • Sind technisch gleichwertige Alternativen verfügbar? 
    • Falls nein: Wo bestehen aus Ihrer Sicht die zentralen technischen oder wirtschaftlichen Grenzen?
  4. Auswirkungen möglicher Beschränkungen 
    • Einschätzung zu Kosten, Umstellungsaufwand, notwendigen Übergangsfristen 
    • mögliche Auswirkungen auf Produktionsprozesse, Produktqualität oder Lieferketten 

unter folgender E-Mail-Adresse:

cissbruecker@textil-mode.de (Frau Constance Ißbrücker, Leitung Referat Umwelt, t+m Berlin). 

Alle Rückmeldungen behandeln wir selbstverständlich vertraulich und nutzen sie ausschließlich zur Auswertung für die Branchenstellungnahme. 

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.