Wer an Raumfahrt denkt, denkt zunächst an Raketen- und Satellitentechnik. Doch gerade auch technische Textilien sind längst eine unverzichtbare Schlüsseltechnologie im All. Sie schützen Menschen und Systeme, halten Druck, tragen Lasten, isolieren gegen extreme Temperaturen und ermöglichen leichte, entfaltbare Konstruktionen.
Damit eröffnet sich für die nordrhein-westfälische Textil- und Bekleidungsindustrie ein außergewöhnlicher Zukunftsmarkt. Gesucht werden nicht nur komplette Systeme, sondern ebenso Materialien, Gewebe, Gewirke, Membranen, Beschichtungen, Verbundwerkstoffe, Gurte, Seile, textile Sensoren sowie präzise gefertigte Komponenten und Zulieferteile.
Das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und die Europäische Weltraumorganisation ESA laden zu einer Informations- und Vernetzungsveranstaltung ein:
„NRW-Kompetenzen für einen europäischen Raumanzug“
Dienstag, 22. September 2026, 14:30 bis 17:00 Uhr
Textilakademie, Rheydter Straße 329, 41065 Mönchengladbach
ESA-Astronaut Dr. Matthias Maurer wird persönlich Einblicke in technologische Anforderungen, Entwicklungsziele und mögliche Kooperationsfelder geben. Der europäische Raumanzug bildet den Ausgangspunkt. Hierbei geht es im Schwerpunkt um
- Raumanzugstextilien,
- Lebenserhaltungssysteme und
- Avionik
Die Chancen für textile Unternehmen reichen jedoch weit darüber hinaus. Mögliche Einsatzgebiete sind unter anderem:
- Raumanzüge und Schutzsysteme: Drucktragende Gewebe, Membranen, Kühltextilien sowie Schutzlagen gegen Hitze, Kälte, UV-Strahlung, Abrieb, Mondstaub und Mikrometeoriten.
- Geotextilien für den Mond: Textile Matten können Flächen und Wege stabilisieren und die Aufwirbelung von Mondstaub begrenzen. Mit Regolith gefüllte Gewebesäcke kommen für Schutzwälle, Fundamente und die Abschirmung von Habitaten in Betracht.
- Aufblasbare Habitate und Arbeitsräume: Mehrlagige textile Hüllen ermöglichen leichte, kompakt transportierbare Wohn-, Forschungs- oder Gewächshausmodule.
- Thermische Schutzsysteme: Textile Mehrlagenisolationen schützen Satelliten, Raumfahrzeuge und technische Komponenten vor extremen Temperaturen und Strahlung.
- Flexible Tanks und Versorgungssysteme: Beschichtete Gewebe und Membranen können zur Lagerung von Gasen, Flüssigkeiten, Wasser oder Treibstoffen eingesetzt werden.
- Landungs- und Entfaltungssysteme: Hochfeste Gewebe, textile Membranen, Netze und Seile werden für Fallschirme, Airbags, Antennen, Reflektoren und flexible Solarsysteme benötigt.
- Smart Textiles: Integrierte Sensoren und Leiterstrukturen können Körper- und Systemdaten erfassen, Energie gewinnen oder Schäden frühzeitig erkennen.
Dabei ist klar: Kein Unternehmen muss allein einen Raumanzug, ein Habitat oder ein Landesystem entwickeln. Häufig kommt es auf einzelne hochleistungsfähige Komponenten an: eine besondere Beschichtung, ein widerstandsfähiges Gewebe, ein Abstandsgewirke, eine zuverlässige Fügeverbindung oder ein reproduzierbares Konfektionsverfahren.
Auch Erfahrungen aus Schutzbekleidung, Geotextilien, Filtration, Automobil, Medizintechnik, Bauwesen oder Composites können für Raumfahrtanwendungen hochrelevant sein. Die Veranstaltung bietet die Chance, Anforderungen der ESA kennenzulernen, die eigene Kompetenz sichtbar zu machen und Kontakte zu Industrie- und Forschungspartnern aufzubauen.
Das Land will Nordrhein-Westfalen als führenden Raumfahrtstandort ausbauen. Mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) und ESA in Köln, der Mondsimulationsanlage LUNA, AeroSpace.NRW und einer starken Forschungs- und Unternehmenslandschaft bestehen dafür hervorragende Voraussetzungen. Raumfahrt verspricht neue Märkte, hochwertige Arbeitsplätze und Technologietransfer in zahlreiche irdische Anwendungen.
Die Veranstaltung bietet Ihnen die Gelegenheit,
- sich über technologische Anforderungen und mögliche Bedarfe der ESA zu informieren,
- eigene Kompetenzen und Lösungsansätze vorzustellen,
- Anknüpfungspunkte für eine Mitwirkungen an künftigen Entwicklungsaktivitäten auszuloten und
- Kontakte zu Vertretern der ESA sowie zu möglichen Industrie- und Forschungspartnern zu knüpfen.
Dass Paul Höller, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, persönlich teilnimmt, zeigt den hohen Stellenwert, den das Land dem Technologiefeld, der Beteiligung mittelständischer Zulieferer und dieser Veranstaltung beimisst.
Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Expertise einzubringen und gemeinsam mit uns die Möglichkeiten einer Beteiligung nordrhein-westfälischer Unternehmen an dieser anspruchsvollen europäischen Technologieentwicklung zu erkunden.
Melden Sie sich bis zum 17. September 2026 direkt bei der Textilakademie an: https://www.textilakademie.de/zitex/anmeldung-esa-veranstaltung/
Wir freuen uns auf einen spannenden und konstruktiven Austausch!


