Tarifrunde 2025: Zweite Runde der Tarifverhandlungen für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie


Am gestrigen Tage wurden die Tarifverhandlungen für die rund 100 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie in Ingolstadt fortgesetzt. Im Vorfeld der Verhandlungen fand eine Kundgebung der IG Metall statt, in der die Gewerkschaft ihre Forderung wiederholt bekräftigte. 

Die Verhandlungen verliefen insgesamt in einer sehr sachlichen und konstruktiven Atmosphäre. Die IG Metall stellte nochmals die wesentlichen Gründe für ihre Forderung dar. Es seien äußerst unsichere Zeiten und die Tarifvertragsparteien trügen nun eine besonders große Verantwortung. Die Arbeitgeberseite machte in ihrer Replik deutlich, dass nun konstruktive Gespräche geführt werden müssten. Zudem begrüße sie es sehr, dass sowohl die Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerseite den gleichen Blick auf die wirtschaftliche Lage haben. Dies sei nicht selbstverständlich. Jedoch könne sie es nicht nachvollziehen, wie die Gewerkschaft vor dem Hintergrund dieser Einschätzung in dieser Tarifrunde die zweithöchste Forderung seit über 20 Jahren habe stellen können. Die IG Metall betonte, dass es innerhalb der Gewerkschaft eine intensive Diskussion über das Forderungspaket gegeben habe. Die Inflation habe aber mittlerweile die aktuellen Reallöhne der Beschäftigten unter das Niveau von 2010 gedrückt. Dies belaste die Arbeitnehmer finanziell schwer. 

In den sich anschließenden internen Arbeitgeberbesprechungen innerhalb des Arbeitgeberverbundes wurde eingehend darüber diskutiert, ob in dieser Runde ein Angebot vorgelegt werden sollte und wenn ja, mit welchen Elementen. Nach intensiven Diskussionen hat die Arbeitgeberseite der Gewerkschaft das folgende, ausgewogene Angebot unterbreitet: 

  • Laufzeit von 28 Monaten (1. März 2025 – 30. Juni 2027) 

  • Zum 1. November 2025: Erhöhung der Entgelte um 1,3 Prozent 

  • Zum 1. November 2026: Erhöhung der Entgelte um 1,7 Prozent 

  • Praktikable Öffnungsklauseln. 

Markus Simon, Verhandlungsführer der Arbeitgeber: „Wir alle wissen, dass wir keine Verteilungsspielräume haben. Dieser Realität dürfen wir uns nicht verschließen. Unser Angebot trägt dem Ernst der Lage Rechnung. Wir können keinen Lohnsteigerungen zustimmen, die unsere Unternehmen einfach nicht bezahlen können. Denn bei vielen von uns geht es um die Existenz. Diese Tarifrunde ist für uns alle ein Kraftakt.“ 

Die IG Metall hat das Angebot noch am gestrigen Nachmittag als „Mager-Angebot“ der Arbeitgeber zurückgewiesen. Der Geduldsfaden der Beschäftigten sei äußerst dünn. Warnstreiks seien daher nun unausweichlich. 

Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 28. Februars 2025. Für die Nacht zum Samstag, den 1. März 2025, kündigte die IG Metall bereits erste Warnstreiks an.

Die dritte Runde ist für den 12. März 2025 in Ostbevern (NRW) vereinbart. 

Die Pressemitteilung vom gestrigen Tage finden Sie in der Anlage. Auf der Kampagnen-Webseite des Gesamtverbandes textil+mode finden Sie sämtliche Informationen zur Tarifrunde 2025: https://textil-mode.de/de/tarifrunde-2025/