Verband der nordwestdeutschen
Textil- und Bekleidungsindustrie e.V.
Tuesday, 24. October 2017
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FDP-Politiker Höne besucht Huesker


Die neue nordrhein-westfälische Landesregierung will EU- und Bundes-Vorgaben zukünftig 1:1 umsetzen und nicht durch eigene Regelungen noch verschärfen. Das erklärte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Henning Höne bei einem Besuch des Textilunternehmens Huesker in Gescher. „Ob Tariftreue- und Vergabegesetz oder umweltrechtliche Vorschriften, die abgewählte rot-grüne Landesregierung hat immer noch einen draufgesetzt und so vor allem auch mittelständischen Unternehmen das Leben schwer gemacht“, sagte Höne. In den nächsten Wochen werde der Landtag über ein erstes Entfesselungspaket entscheiden, mit dem gleich mehrere Landesgesetze geändert würden. Er erhoffe sich davon eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Nordrhein-Westfalen und einen Wachstumsschub.

Huesker-Chef Dr. Friedrich-Hans Grandin begrüßte den wirtschaftsfreundlichen Kurs der neuen Landtagsmehrheit. „Wir stehen in einem scharfen internationalen Wettbewerb und leiden ohnehin schon unter den höheren Energie- und Personalkosten, da brauchen wir nicht noch extra strenge Vorschriften und Dokumentationspflichten“, sagte Grandin. Er wünsche sich insbesondere mehr Flexibilität im Arbeitsrecht, um auf veränderte Marktbedingungen und Auftragslagen reagieren zu können.

Huesker produziert jährlich mehr als 40 Millionen Quadratmeter Geotextilien und setzt rund 130 Millionen Euro um. „Mit unseren Produkten werden Straßen, Böschungen, Deiche und sogar Erdfälle stabilisiert und repariert“, so Grandin. Mit Textilien könnten so traditionelle und energieintensiver produzierte Baumaterialien wie Beton oder Stahl ersetzt werden. Das Unternehmen beschäftige weltweit 500 Mitarbeiter und habe zehn Tochtergesellschaften in aller Welt. Schwerpunkt der Produktion sei aber Deutschland mit 370 Mitarbeitern an den Standorten Gescher und Dülmen. Kürzlich habe das Unternehmen in Russland eine neue Produktionsstätte eröffnet, da die russischen Gegenmaßnahmen zu den EU-Sanktionen dazu geführt hätten, dass Huesker in Russland nur noch begrenzte Chancen auf öffentliche Aufträge hatte. „Jetzt haben wir dort ein russisches Unternehmen und können unsere Marktanteile wieder ausbauen“, sagte Grandin.

Grandin kritisierte, dass der Einsatz von Geotextilien zur Asphaltbewehrung in Deutschland nur in Einzelfällen erfolge. „Unsere Textilien machen den Bau einer Straße zwar um rund 30 Prozent teurer, dafür vervielfacht sich deren Lebensdauer – aus betriebswirtschaftlicher Sicht also ein Muss.“, sagte der Huesker-Chef. Auch Volkswirtschaftlich gesehen sei es wesentlich günstiger beim Bau mehr Geld zu investieren und dafür später teure Reparaturmaßnahmen, Baustellen und Staus zu vermeiden. Höne sagte zu, die Ausschreibungskriterien des Landes für Baumaßnahmen hinsichtlich der langfristigen Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. „Wir haben beim Land leider im Gegensatz zu den Kommunen ein Haushaltssystem, das langfristige finanzielle Folgen einer Investition zum Beispiel in Form von Abschreibungen nur unzureichend abbildet“, sagte Höne.

05.09.2017

 

 








Artikel vom: 07.09.2017

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